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EF-IT_Ausgabe Frühjahr 2020

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Biometrie

Biometrie Gesichtserkennung auf dem Prüfstand Gesichtserkennungstechnik verspricht sowohl Individuen als auch Unternehmen viele Vorteile. Doch ihre Risiken sind so groß, dass es zu einem Verbot der Technik kommen könnte. Das Experiment war so simpel wie eindrucksvoll. Journalisten der New York Times haben den frei im Internet verfügbaren Videostream einer Webcam abgegriffen, die auf einen belebten Park zwischen dem Times Square und dem Bahnhof Grand Central gerichtet ist. Gleichzeitig durchsuchten sie die Websites von Unternehmen in der Nähe nach Fotos und Namen von Mitarbeitern. Dann buchten sie mit wenigen Klicks einen Gesichtserkennungsdienst von Amazon und ließen ihn in dem Videomaterial nach den Personen von den Fotos suchen. Mit Erfolg. Die Journalisten hatten eine kleine Überwachungsmaschine gebaut, um zu zeigen, wie leicht es für jedermann ist, Fremde zu identifizieren. Mithilfe weiterer Kameras könnte sich so beispielsweise der Weg von Menschen durch die Stadt nachvollziehen lassen oder es ließe sich automatisiert herausfinden, wer sich mit wem trifft. „Anders als Fingerabdrücke können Gesichter aus großer Entfernung aufgenommen werden, ohne dass es jemand merkt“, sagt Sahil Chinoy, der an dem Experiment gearbeitet hat. „Und es ist ein essentieller Bestandteil unseres Lebens, unser Gesicht in der Öffentlichkeit zu zeigen.“ Überwachung und Diskriminierung Das steht im Zentrum der Kritik an Gesichtserkennungstechnik: dass sich mit ihrer Hilfe ein unsichtbares Überwachungsnetz aufbauen lässt, dem sich niemand entziehen kann, der am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Ganz abgesehen davon scheint die Technik aber ohnehin noch nicht einsatzreif. Immer wieder zeigen wissenschaftliche Studien, dass die Algorithmen weiße Männer am besten erkennen. Bei Frauen und Minderheiten ist die Erkennungsrate schlechter. Kameras zur Zugangskontrolle könnten also Gruppen von Mitarbeitern diskriminieren. Andere Anwendungsfelder stehen auf einer fraglichen rechtlichen Grundlage. Das gilt etwa im Einzelhandel, wo Gesichtserkennungssysteme beispielsweise Menschen mit Hausverbot identifizieren (und dann einen Sicherheitsdienst alarmieren) sollen. Dazu müssen aber die Gesichter von allen Kunden gefilmt und analysiert werden. Genau das kann aber auch gewollt sein, beispielsweise wenn Software die Kundschaft nach Geschlecht und Alter analysiert oder Profile von Kunden mit Daten aus Online-Quellen erstellt. Mit vergleichbarer Technik hat das Unternehmen „Clearview AI“ Anfang des Jahres für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Erste Verbote ausgesprochen Auf europäischer Ebene stand ein Verbot der Technik in diesem Jahr schon zur Debatte, wurde dann aber doch wieder verworfen. Ganz vom Tisch dürfte es aber noch nicht sein. Denn ausgerechnet San Francisco, unweit des Silicon Valley, hat als erste US-amerikanische Stadt den Einsatz von Gesichtserkennungstechnik bei der Polizei und in der Verwaltung verboten. Weitere Städte folgten, auch in ganzen Bundesstaaten könnte die Technik verboten werden. Einerseits müsse Gesichtserkennung diskriminierungsfrei arbeiten, sagen die Befürworter von Verboten, andererseits sollten die möglichen gesellschaftlichen Auswirkungen besser erforscht werden, bevor die Technik möglicherweise in der Breite eingesetzt wird. g © 1312 8488 84_s hutt erst rstock. com 14

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