Lohn steuerfrei genießen

Eine steuerfreie Lohnerhöhung? Klingt ungewöhnlich. Aber da die Lohnnebenkosten bis zu 150 Prozent vom Nettolohn betragen, wäre das Ganze sehr lukrativ. Und es geht. Ganz legal. Und eine App hilft dabei.

Aus der Praxis für die Praxis. Der Gründer von Riso, Philipp Maier, weiß genau warum er seine App entwickelt hat. Als Mitarbeiter in einem Lohnbüro beschäftigte er sich intensiv mit der Bezahlung der Mitarbeiter und im Zuge dessen auch mit Lohnwandlungen. Und das war kompliziert. Er führte immer wieder Gespräche mit Kollegen, Steuerberatern und manchmal auch direkt mit Beamten aus dem Finanzamt. Der Staat erlaubt eine Reihe von steuer- und sozialversicherungsfreien Lohnbestandteilen. Die muss man aber nicht nur kennen, sondern auch richtig mit ihnen umgehen. Der Zuschuss zum Mittagessen ist steuerfrei, aber nur bis zu einer bestimmten Höhe. Und natürlich auch nur mit Beleg. Das ist nicht nur kompliziert, sondern auch aufwändig für die Lohnbuchhaltung oder das Steuerbüro.

In Zeiten der Digitalisierung, in denen fast jeder ein Smartphone hat, das Belege einscannen kann, müsste das doch anders, leichter gehen. Mit diesem Gedanken gründete Maier 2018 Riso. Wie lässt sich Mitarbeitern etwas Gutes tun, ohne dass es das Unternehmen eine Stange Geld kostet? Es musste also darum gehen, für das Back-Office Prozesse zu vereinfachen und für Mitarbeiter Vorteile so einfach wie möglich nutzbar zu machen. Mit diesen zwei Grundideen entwickelten er und sein aktuell vierköpfiges Team die App.

Steuerfreie Lohnbestandteile sind fest im Einkommensteuergesetz verankert. Riso kombiniert unterschiedliche Möglichkeiten („Bausteine“) und übernimmt die komplette Abwicklung. Mitarbeiter scannen den Beleg für die konsumierten förderfähigen Waren oder Dienstleistungen direkt in die App ein. Die gesamten gesetzlichen Bestimmungen zum „steuerfreien Lohn“ sind dort hinterlegt. Die App prüft und schaltet die Belege frei. Am Ende des Monats geht eine Abrechnung pro Firma und pro Mitarbeiter direkt zum Lohnbüro. Das zahlt die steuerfreien Beträge mit dem „normalen“ Gehalt aus. So dockt Riso an die bestehenden Lohnprozesse im Unternehmen an. Nur wenige Anpassungen sind vor dem Start nötig und auch für die Mitarbeiter ist die App ohne besondere Schulung sofort einsatzfähig.

Jede Firma spart damit erhebliche Lohnnebenkosten ein. Für den Mitarbeiter erhöht sich der Netto-Anteil im Gehalt, so dass er mehrere hundert Euro pro Monat erhalten kann. Aus den 100 Euro höherem Nettoverdienst des Mitarbeiters spart die Firma mindestens ebenfalls 100 Euro im Vergleich zu einer Bruttolohnerhöhung. Und dies nach allen weiteren Kosten, also effektiv. Der große Vorteil gegenüber klassischen Benefit-Karten ist die Flexibilität. Der Mitarbeiter ist nicht an Akzeptanzstellen gebunden, sondern setzt die App frei und flexibel ein.

„Bei kleineren Unternehmen und Betrieben mit bis zu 100 Mitarbeitern ohne eigene Kantine ist unsere App besonders beliebt“, erklärt Felix Mehlhaus von Riso. Kunden gewinnt das Start-up über Empfehlungen von Partnern und eigenen Kunden, aber auch durch direkte Ansprache bei Geschäftsführern. Die sehen das Einsparpotenzial – allein bei einem 10-Mann-Betrieb sind das 12.000 bis 18.000 Euro im Jahr – und freuen sich über den Zugewinn.

Die App nimmt schnell aktuelle Gesetzesänderungen auf und stellt sicher, dass der Kunde steuerrechtlich immer auf der sicheren Seite ist. Was wiederum eine Entlastung für das Lohnbüro und Steuerberater darstellt. Förderfähig ist übrigens nicht nur das Mittagessen, sondern auch die Internetnutzung zuhause, Erholung und Fitness. Kein Wunder, dass sich die steuerfreie Lohnerhöhung wachsender Beliebtheit erfreut.