Kryptowährungen im B2B-Bereich

Bitcoins als Zahlungsmittel auch für Unternehmen interessant

Mit Bitcoins kann man online ganz normal bezahlen. Für Unternehmen könnte das für den Geldverkehr mit Geschäftskunden interessant sein, vor allem wegen der schnellen Transaktionen zu jeder Zeit.

Viele Privatanleger, ob vermögend oder nicht, investieren in Bitcoins. Der Bitcoin-Berater, Buch-Autor und Hochschuldozent zu diesem Thema Marc Steiner, der nahe der Krypto-Hochburg Zürich lebt, sagt: Auch für kleine und mittelständische Unternehmen lohnt es sich, sich mit dem Thema Bitcoins und Kryptowährungen zu beschäftigen – und zwar auch jenseits der Frage, inwiefern Bitcoins als Anlage interessant sein könnten.Tesla ist eines der größten Unternehmen, das Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert. In manchen Cafés und Kiosken konnten Kundinnen und Kunden schon vor zehn Jahren mit der Kryptowährung bezahlen. Zwar hält es Marc Steiner generell für eine gute Idee, dass sich Unternehmen schon aus einem Innovationsgedanken heraus mit Kryptowährungen zu befassen, doch Bitcoins wie Tesla, Cafés oder Online-Shops als Zahlungsmittel für den Endkunden einzusetzen – "das ist noch ein Nischenthema", sagt der Bitcoin-Berater.

Schnell, geringe Gebühren

Für Unternehmen könnte es aber interessant sein, Bitcoins als Zahlungsmittel in speziellen Fällen mit einzelnen Business-Kunden zu vereinbaren, vor allem, wenn es um größere Beträge geht. Die Vorteile aus Sicht von Marc Steiner:

  • Transaktionen via Bitcoins sind rund um die Uhr möglich und immer binnen Minuten bzw. Stunden vollzogen. Sie sind nicht an Bankzeiten geknüpft, die dazu führen, dass manche Transaktionen teilweise ein bis drei Tage dauern. Bitcoins, die eingehen, können zudem nicht zurückgezogen werden. "Bitcoins sind immer Vorkasse", sagt Marc Steiner. Selbiges gilt dann allerdings auch für Zahlungsausgänge. Um zu verhindern, dass bei einer Bitcoin-Überweisung aufgrund eines Tippfehlers ein zu hoher Betrag bezahlt wird, könnten aber technische Vorkehrungen getroffen werden, sagt Marc Steiner: Zum Beispiel, dass eine Transaktion nur dann ausgeführt werden kann, wenn sie durch mindestens zwei oder noch mehr Personen unabhängig voneinander freigegeben wurde. Tesla schließt eine Rückerstattung eines zu viel bezahlten Bitcoin-Betrages aus.
  • Ein weiterer Vorteil von Zahlungen mit Bitcoins könnten geringere Transaktionsgebühren sein. Die fallen bei Bitcoins generell zwar auch an, allerdings lässt gerade bei hohen Geldbeträgen sich je nach Situation gegenüber Zahlungen mit Euro und Dollar sparen. Marc Steiner: "Zumindest, wenn man sich mit den Mechanismen auskennt und es richtig macht."
  • Und: Je nachdem, aus welchem Land die Kunden oder Lieferanten kommen, könnten Bitcoins helfen, Zahlungen bei Handelshemmnissen zu vereinfachen. Manchmal kann es nützlich sein, dass die Bitcoin-Transaktionen pseudonym stattfinden.

Geld als Bitcoins zu versenden und zu erhalten, birgt aber auch Risiken: In erster Linie die Volatilität, also die Wertschwankungen. Damit kann man auf verschiedene Weisen umgehen. Eine Möglichkeit ist es, erhaltene Bitcoins so schnell wie möglich in Euro oder Dollar zu tauschen. Eine andere: Bitcoins verwahren und als Wertanlage betrachten. Im guten Fall steigt der Wert der Bitcoins sogar weiter an – wofür es natürlich keine Garantie gibt.

Schlechte Klimabilanz

Wer sich entscheidet, mithilfe von Bitcoins Geschäfte zu machen, sollte sich Wissen aneignen, empfiehlt Marc Steiner – allein, um zum Beispiel die Frage zu beantworten, ob die Bitcoins im eigenen Unternehmen verwahrt werden oder ob das ein Dienstleister übernimmt. Auch steuerlich gibt es spezielle Anforderungen. "Das Gute ist", sagt Marc Steiner, "Bitcoins sind erwachsen geworden." So gebe es diverse Standards und Protokolle, die beachtet werden können und die Sicherheit bieten. Und es gibt Menschen, die sich auskennen. Zum Beispiel Steuerberater, die sich auf das Thema Kryptowährung spezialisiert haben.Ein Nachteil der Bitcoins wird sich wahrscheinlich schlecht bis gar nicht beseitigen lassen: Die miserable CO2-Bilanz. Weil für die Bitcoin-Generierung und -Transaktion aufwändige Rechenprozesse durchgeführt werden müssen, laufen auf der ganzen Welt riesige Rechenzentren, die sich nur um Bitcoins kümmern. Unternehmen, die Wert auf einen geringen CO2-Ausstoß legen – wie angeblich auch Tesla – oder sogar mit einer guten Ökobilanz werben, müssen auf Bitcoins eigentlich verzichten.

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